Lehrer
Der Begriff "Lehrer" bezeichnet Personen, die in irgendeiner Form lehrend oder erzieherisch tätig sind. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird diese Bezeichnung meist nur für Lehrkräfte verwendet, die an einer Schule unterrichten. Diese werden meist durch Hinzufügung des von ihnen unterrichteten Faches näher beschrieben, also beispielsweise Sport- Mathematik- oder Deutschlehrer. Die reine Berufsbezeichnung "Lehrer" ist, im Gegensatz zu speziellen Amtsbezeichnungen wie Studienrat oder Studiendirektor nicht geschützt. Daher werden auch Personen, welche ausserschulische Kurse jedweder Form, seien es Sprach-, Sport-, Kunst- oder Musikkurse abhalten sowie Ausbilder an Fahrschulen unter dem Begriff Lehrer zusammengefasst.
Die Bezeichnung "Lehrer" ist die deutsche Übersetzung des lateinischen Wortes "Magister". Vor allem im Sportbereich sind Begriffe wie "Trainer", "Coach" (engl.) oder "Tutor" gebräuchlich. Handwerker mit hohem Abschluss und Ausbildungsberechtigung heißen Meister; im Bildungsbereich der Hochschulen spricht man von Dozenten oder Professoren. Sehr umgangssprachlich und meist von Schülern verwendet wird der Begriff "Pauker".
Während man in einigen Bereichen, beispielsweise im Vereinssport, die Lehrerlaubnis oft schon durch eigene Erfahrung, kurze Aus- oder Weiterbildung oder die Teilnahme an Lehrgängen bekommt, ist für die Lehrtätigkeit an Schulen ein Hochschulstudium notwendig. Dieses ist je nach gewählter Schulform unterschiedlich aufgebaut. Abgeschlossen wird das Studium mit dem "ersten Staatsexamen", an das sich ein etwa zweijähriger Vorbereitungsdienst (Referendariat) anschließt, in dem ein Lehrer als "Referendar" mit niedrigeren Bezügen Praxiserfahrung sammelt, oft an unterschiedlichen Schulen. Während des Referendariats muss ein Lehramtsanwärter an weiteren Sitzungen und Fortbildungen teilnehmen, pro Woche eine festgelegte Anzahl an begleitetem und eigenverantwortlichem Unterricht halten sowie einige Lehrproben ablegen. Oft wird auch die zumindest zeitweilige Übernahme einer Klassenleitung vorrausgesetzt. Abgeschlossen wird das Referendariat mit dem zweiten Staatsexamen, welches auch mündliche Prüfungen sowie eine Hausarbeit einschließt.
In vielen Bereichen, gerade in Naturwissenschaften, gibt es jedoch einen Lehrermangel. Aus diesem Grund gibt es in Deutschland in einigen Bundesländern die Möglichkeit, Fachkräfte mit Hochschulabschluss, die keine Lehramtsausbildung haben in den Schuldienst einzustellen.
Die Arbeit an einer Schule besteht für Lehrer nicht nur aus dem reinen Halten von Unterricht. Einige Fächer benötigen eine aufwändige Vor- und Nachbereitung, beispielsweise durch die Korrektur von Klassenarbeiten. Ist ein Lehrer Mitglied der Schulleitung, Klassenleiter oder Leiter eines bestimmten Fachbereichs, bewältigt er zudem ein hohes Maß an koordinativer und organisatorischer Arbeit. Viele Lehrer betreuen neben dem Unterricht fachspezifische Projektgruppen, Arbeitsgemeinschaften, Schüleraustauschprogramme oder sind Vertrauenslehrer, die sich um spezielle Probleme einzelner Schüler kümmern. Um alle diese Aufgaben bewältigen zu können muss ein Lehrer vor allem psychisch belastbar sein und ein hohes Maß an psychologischem Einfühlungsvermögen besitzen.